Vergänglichkeit und Fluss

rundes Loch in Mauer mit Blick auf Bäume„Auf die Stadt Hannover mit ihren Thürmen“ konnte ich wie der Kieler Gartenschriftsteller Christian Cay Lorenz Hirschfeld im Jahre 1783 noch bewundert feststellte, nicht mehr schauen.

Die Bäume sind mittlerweile stattliche Exemplare geworden. Dennoch bieten sich vom Hexenturm, der nördlich von Hannover im Stadtteil Marienwerder auf einer Anhöhe steht, schöne Blickachsen in einen der frühesten deutschen Landschaftsparks: den nach englischem Vorbild gestalteten Hinüberschen Garten.


Hexentur, Ruine auf AnhöheDer achteckige so genannte Hexenturm wurde von Jobst Anton von Hinüber bewusst als Ruine gestaltet. Ein Symbol für die Vergänglichkeit des menschlichen Tuns. Beim Betreten der mit einem Holzgeländer umrahmten Anhöhe fällt der Blick auf einen kniehohen Stein, auf dem eine goldene Tafel ruht:
„Oh lauscht und lernt, die ihr nach Weisheit strebt.
Oh lauscht und lernt die tröstende Wahrheit:

Nicht Stachel hat der Tod noch Schrecken euch bereitet.
Wenn euch die Tugend führt von früher Jugend an.“

Dies ist einer von acht Sinnsprüchen an markanten Plätzen im Park, die mit Unterstützung der Freimaurerloge „Friedrich zum Weissen Pferde“ ausgewählt wurden. Sie erinnern daran, das die Gartenanlage eine Huldigung an das war, an das sein Erbauer selbst glaubte. Hinüber war Freimaurer und gründete in Hannover eine der ersten deutschen Freimaurerlogen. Der Hexenturm, ein Obelisk und einige Gedenkurnen sind noch heute sichtbare Symbolik des aufklärerischen Gedankenguts im Park. Andere Bauwerke wie der Chinesische Pavillon, oder die Einsiedelei haben die Zeit leider nicht überdauert.

Außen- und Innenleben des Hexenturms
Figur in Steinmauer

Bildergalerie

Der Hinübersche Garten liegt direkt an den Leineauen und präsentiert eine abwechslungsreiche Landschaft: Wiesen und gestaltete Gartenanlagen, bewaldete Dünen mit wunderschön gewachsenen alten Bäumen und einen Teich mit einer Blumeninsel. Auf dem 40 ha großen Gelände steht auch ein im 12. Jahrhundert gegründetes Augustinerkloster.

Holzstele mit Flussverlauf
Am Flussufer fällt eine Holzstele mit blauen Metallstreifen auf. Die geschwungenen Linien geben den Flussverlauf der Leine in der Region Hannover im Maßstab 1:20.000 wieder. Hintereinander gelegt bringt es der Gewässerabschnitt auf 111 km. Der rote Punkt zeigt den Standpunkt im Hinüberschen Garten an.

Die Stele gehört zu den vielen Wasserzeichen entlang des Grünen Rings der Stadt Hannover. Der Ausdruck einer engen Beziehung der Region zum Element Wasser. Wer gerne Rad fährt oder wandert, dem kann ich den Grünen Ring sehr ans Herz legen. Eine schöne Abwechslung zum kulturellen Stadtprogramm.

Auf  160 km geht es durch unterschiedliche Gemeinden und Landschaftsräume. Man kann natürlich auch kürzere Strecken planen. Kein Problem: Der Ring ist von überall wunderbar an den ÖPNV angeschlossen.

Autor: HannoverblickOst

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