Zwei Schmankerl

Buchtitel Im Teufelsmoor Bild zeigt TorfkähneEnde September steht ganz im Zeichen eines beindruckenden Biotops. Einem mystischen Ort, der die Menschen von jeher fasziniert und dem man noch lange nicht alle Geheimnisse entrissen hat.

„Magie der Moore“, der neueste Film des Naturfilmers Jan Haft, hat mich am Wochenende in eine bekannte und doch fremde Welt entführt. Zeitrafferaufnahmen machen sichtbar, was uns nachts erschauern lässt. Da heben scheinbar tote Bäume ihre knorrigen Äste und recken sie in den sternenübersäten Himmel. Bunte Polarlichter tanzen auf den schwarzen Moorseen und tauchen die Umgebung in gespenstisches Licht.

Der Film zeigt die Vielfalt eines Lebensraums, der Heimat für zahlreiche Spezialisten ist. Der Regisseur setzt die oftmals winzigen Protagonisten wunderbar in Szene. Es ist spannend mit dabei zu sein, wie der winzige Sonnentau mit seinen klebrigen, glutrot gefärbten Tentakeln Beute macht.  Er könnte viele Insekten verspeisen, wenn da nicht die Moorameise wäre…

Magie der Moore hat mich mit seinen Aufnahmen in den Bann gezogen. Auch wenn er für mich persönlich nicht ganz an den TV-Zweiteiler „Mythos Wald“ und „Das grüne Wunder – unser Wald“ herankommt. Manchmal war mir die Musik zu mächtig, zu theatralisch. Und an mancher Stelle – wie bei wabernden Nebelschwaden – hätte ich mir eher Langsamkeit als einen Zeitraffer gewünscht. Aber das ist Geschmackssache und tut dem wunderbaren Film keinerlei Abbruch.

Der Sprecher Axel Milberg begleitet den Zuschauer ohne aufdringlich zu sein. Er nennt Informationen, ohne den Zuschauer zu überfrachten. Er zeigt die extreme Gefährdung der Moore, ohne den Zeigefinger zu heben: Von den Moorflächen, die einst 1/20 von Deutschland bedeckten, sind durch Zerstörung mittlerweile 95% tot!

Doch der Film, der in Hannover derzeit im Raschplatzkino läuft, gibt auch Hoffnung. Denn trockengelegtes Moor ist wieder regenerationsfähig. Auf zahlreichen wiedervernässten Mooren entsteht neues Leben. So wie im Teufelsmoor nördlich von Bremen, das ich im Juni zur „Wollgrasblüte“ besucht habe. Passend zum Film Magie der Moore ist zeitgleich das zweite Buch der freien Fotografin Maren Arndt erschienen.

„Im Teufelsmoor“ ist 144 Seiten stark und im Verlag Atelier im Bauernhaus erhältlich. Klar, dass ich ein Exemplar bestellt habe. Und wer so wie ich nach dem Filmgenuss nun so richtig auf den Geschmack gekommen ist, der fährt zum Steinhuder Meer und erkundet unter professioneller Führung das „Tote Moor“. Infos zu den Führungsterminen hier.

Autor: HannoverblickOst

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