Mitten im Sommer

Es war heiß. So heiß und trocken wie die vielen Tage zuvor. Über 35 Grad zeigte das Thermometer für Hannover an und selbst in der schattigen Eilenriede gab es kaum noch Abkühlung. Gedankenverloren schlenderte ich langsam den schmalen Waldpfad entlang, als es plötzlich vor mir grell aufleuchtete.

Wow! Was für ein Prachtexemplar hatte sich denn da auf einem alten Eichenstamm niedergelassen? 

Gelborange wie Schwefel, mit prallen, dachziegelartig geschichteten Fruchtkörpern, ließ er sich von der Sonne bescheinen. Der Anblick eines jungen Schwefelporlings (Laetiporus Sulphureus) lässt jedes Herz eines Pilzfreundes höher schlagen.

Das eines Baumpflegers vielleicht weniger, ist er doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Baum krank, geschwächt oder gar bereits am Absterben ist. Der wunderschöne Schwefelporling ist nämlich ein Parasit, der über Wunden in seinen Wirt eindringt und ihn von innen faulen lässt.

Man kann den Baumpilz übrigens auch essen. Die jungen Fruchtkörper sollen gebraten einen Hühnchengeschmack haben. Daher wird er im englischen Sprachraum „Chicken of the Woods“ genannt.

Also, man muss nicht zwingend auf den Herbst warten. Mitten im Sommer kann man sich die Pilzpfanne ebenfalls schmecken lassen. Vorausgesetzt natürlich, man sammelt die richtigen Objekte seiner Begierde ein. Im Zweifel also lieber stehen lassen, auch zur Freude anderer.

Autor: HannoverblickOst

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6 Kommentare zu „Mitten im Sommer“

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